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»Insolvenzplan und Eigenverwaltung«

„Kapitalismus ohne Konkurs ist wie das Christentum ohne Hölle.“
                                                                       Frank Borman

Die Wirtschaftskrise ist überstanden und hat zu weit weniger Insolvenzen geführt als zunächst befürchtet. Allerdings ist nach Überwindung der Krise das Eigenkapital angegriffen, häufig sogar aufgebraucht und bereits negativ. Oft muss nur deshalb kein Insolvenzantrag gestellt werden, weil der Gesetzgeber, befristet bis zum 31.12.2013, den Überschuldungsbegriff in der Weise entschärft hat, dass trotz bilanzieller Überschuldung bei positiver Fortführungsprognose keine Insolvenzantragspflicht besteht. Andernfalls gäbe es deutlich mehr Insolvenzen.

Auch die Liquidität ist bei vielen Unternehmen knapp. Steigende Umsätze führen zu Vorfinanzierungsbedarf. Banken sind mit Finanzierungen wegen der schlechten Bilanzrelationen sehr zurückhaltend. Etliche Unternehmen haben sich darüber hinaus vor der Krise mit strukturiertem Mezzanine-Kapital eingedeckt. Allein 4,6 Mrd. € sind in den nächsten drei Jahren zur Rückzahlung fällig. Viele Unternehmen werden keine Refinanzierung erhalten und sind deshalb potentiell insolvenzgefährdet.

„Es wird Insolvenzen geben, solange es Unternehmen gibt.“
                                                     Dr. Utz Brömmekamp

Während nach der früher geltenden Konkursordnung allein die bestmögliche Gläubigerbefriedigung im Vordergrund stand, sollte mit der 1999 in Kraft getretenen Insolvenzordnung die Sanierung der insolventen Unternehmen stärker in den Focus gerückt werden. Zu diesem Zweck wurden das dem deutschen Recht bis dahin fremde Insolvenzplanverfahren sowie die Möglichkeit der Eigenverwaltung geschaffen, die trotz zahlreicher Vorteile gegenüber dem Regelverfahren immer noch viel zu selten praktiziert werden.

Auch deshalb gingen krisenbetroffene Unternehmen dazu über, ihren Sitz nach England zu verlegen, um die Sanierungsvorzüge des anglikanischen Rechts in Anspruch zu nehmen. Der deutsche Gesetzgeber will darauf mit der Änderung der Insolvenzordnung reagieren, die voraussichtlich am 01.01.2012 in Kraft treten wird.

Doch bereits das geltende Recht bietet ausreichend Möglichkeiten einer Sanierung durch Insolvenz, ohne dass der Gesellschafter seine Unternehmensanteile oder die Geschäftsführung die Kontrolle über das Unternehmen verlieren.

Beim klassischen Ablauf eines Insolvenzverfahrens gibt die Geschäftsführung spätestens mit der Verfahrenseröffnung die Kontrolle über das Unternehmen an den Insolvenzverwalter ab, der von diesem Zeitpunkt an darüber entscheidet, ob das Unternehmen weitergeführt oder liquidiert wird, ob Verträge (noch) erfüllt oder Vertragsverhältnisse beendet werden. Lieferanten und Kunden sehen sich möglicherweise irritiert und verunsichert einem ihnen unbekannten Insolvenzverwalter gegenüber, zu dem sie keinerlei Verbindung haben und der zu ihnen keine Verbindung hat. Die Insolvenz wird dann abgewickelt und endet häufig mit der Liquidation des Unternehmens oder mit dessen Verkauf, wodurch die Gesellschafter in aller Regel einen Totalverlust erleiden.

Doch es geht auch anders.

Insolvenz nach Plan Insolvenzplanverfahren und Eigenverwaltung
So bleiben Sie Herr der Lage. So behalten Sie die Zügel in der Hand

 

Ihr Ansprechpartner für alle Fragen zum Thema Insolvenzplan und Eigenverwaltung:

Robert Buchalik (Tel.: 0211 8289 77-110) 

Dr. Utz Brömmekamp (Tel.: 0211 82 89 77-200)